EU-Reifenlabel: Die EU-Verordnung

Die Kennzeichnungspflicht

Die Verordnung zum EU-Reifenlabel sieht die Bewertung und Kennzeichnung von Reifen in Bezug auf 3 Leistungseigenschaften vor: Kraftstoffeffizienz, Nassbremsleistung und Externes Rollgeräusch (s. Vorstellung des EU-Reifenlabels). Bewertet werden diese 3 Merkmale durch die Reifenhersteller – nach von der Europäischen Union vorgegebenen und standardisierten Testverfahren. Gekennzeichnet werden die Reifen mittels des EU-Reifenlabels – eine Form Etikett, das auf den Reifen aufgeklebt werden kann. Die Verordnung der Europäischen Union* gilt seit dem 01. November 2012 für alle PKW-, Leicht-LKW- und LKW-Reifen, die ab dem 01. Juli 2012 produziert werden. Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht (s. dazu unser Kapitel: Betroffene Reifen) sind Reifen, die nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind sowie fest definierte Ausnahmen.

* Verordnung Nr. 1222/2009 des EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. November 2009

Mit der Einführung des Reifenlabels verfolgt die Europäische Union drei wichtige Ziele: die Steigerung der Verkehrssicherheit, die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr sowie die Verbesserung des Umweltschutzes. Somit soll das Label auch einen Beitrag zur Erreichung des EU-Energie-Effizienzplans bringen. Dieser sieht vor, den Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20% zu reduzieren.

Und so soll das Reifenlabel die EU bei der Zielerreichung unterstützen:

  • Als wesentlicher Beitrag zur Verkehrssicherheit wurde das Leistungsmerkmal der Nassbremsleistung ausgewählt.
  • Für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr soll bei der Auswahl von Reifen auf deren Kraftstoffeffizienz geachtet werden. Denn mit einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs reduzieren sich CO2-Ausstoß und Schadstoffemissionen, was wiederum maßgeblich für die Verbesserung des Umweltschutzes ist.

Zur Entlastung der Umwelt wurde das Externe Rollgeräusch, das durch die Reifen erzeugt wird, ausgewählt. Mehr zu den 3 Leistungsmerkmalen erfahren Sie unter: Vorstellung des EU-Reifenlabels.

Gestaltung und Optik des Reifenlabels hat die EU von dem Etikett für Weiße Ware übernommen. Das Label weist den Energieverbrauch für Haushaltsgeräte aus und ist bei Endkunden bereits seit Jahren eingeführt. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag zur Historie des Energie-Effizienzlabels.

Am 01. November 2012 trat das EU-Reifenlabel und somit die Kennzeichnungspflicht für Kfz-Reifen in Kraft. Seit diesem Datum gelten folgende Pflichten:

  • Zu jedem kennzeichnungspflichtigen ausgestellten PKW- und Leicht-LKW- Reifen muss das zugehörige Reifenlabel sichtbar sein. Entweder auf den Reifen aufgeklebt oder in unmittelbarer Nähe dazu angebracht.
  • Alle Kunden sind vor dem Kauf von Reifen über deren Bewertung zu informieren; dies gilt auch für LKW-Reifen.
  • Die Label-Informationen sind für alle kennzeichnungspflichtigen Reifen den Käufern auf oder mit der Rechnung auszuhändigen. Zur Kommunikation der Label-Werte existieren Vorschriften, die Sie in unserem Beitrag Pflichten des Reifenfachhandels finden.
  • Alle Produktinformationen müssen Angaben zum EU-Reifenlabel enthalten.

Allen kennzeichnungspflichtigen Reifen (PKW-, Leicht-LKW, LKW-Reifen) mit Produktionsdatum ab dem 01. Juli 2012 sind Label-Informationen zuzuordnen.

Goodyear Dunlop liefert alle kennzeichnungspflichtigen PKW- und Leicht-LKW-Reifen, die ab dem 01. Juli 2012 produziert werden, mit einem EU-Reifenlabel-Aufkleber aus, so dass für diese keine weitere Auszeichnung für Goodyear Dunlop-Reifen seitens der Händler notwendig ist.

Die Label-Werte für LKW-Reifen sind auf dem TirePortal sowie in unseren Produktunterlagen und Preislisten hinterlegt. Darüber hinaus werden die Labeldaten für Reifen mit Produktionsdaten ab 01.03.2012 zur Verfügung gestellt.

Kennzeichnungspflichtige Reifen und Ausnahmen
Alle kennzeichnungspflichtigen Reifen müssen mit den Werten des EU-Reifenlabels ausgestattet werden. Kennzeichnungspflichtig sind PKW- (C1), Leicht-LKW- (C2) und LKW-Reifen (C3) mit Produktionsdatum ab dem 1. Juli 2012.

Reifen, die nicht von der Kennzeichnungspflicht betroffen sind:

  • Reifen, die VOR dem 1. Juli 2012 produziert wurden
  • Reifen, die nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind
  • Fest definierte Ausnahmen:
    • Runderneuerte Reifen
    • Professionelle Off-Road-Reifen
    • Rennreifen
    • Spikereifen (bespikebare Reifen, die ohne Spikes geliefert werden, inbegriffen)
    • Ersatzreifen für den vorübergehenden Einsatz
    • Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, deren Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 erfolgte
    • Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h
    • Reifen für Felgen mit einem Nenndurchmesser ≤254 mm oder ≥635 mm

Gestaltung und Optik des EU-Reifenlabels wurden von der Europäischen Union vom Energie-Etikett für Elektrogeräte übernommen. Das Energie-Label weist den Energieverbrauch während der Nutzung aus und gibt über Gebrauchseigenschaften des Geräts Auskunft. Bereits 1998 im Handel eingeführt, ist die EU-Energieverbrauchs-Kennzeichnung Endverbrauchern bekannt.

Und seit 01.12.2011 werden auch Kraftfahrzeuge mit dem Energie-Label ausgestattet.

A — Beispiel eines EU-Energie-Effizienzlabels für Geschirrspüler
B — Beispiel für das neue EU-Reifenlabel

Bei vielen Produkten bezieht sich die Klassifizierung noch auf einen Energieeffizienzindex, der bereits 1994 festgelegt wurde. Durch technischen Fortschritt erhielten im Lauf der Zeit immer mehr Geräte ein immer besseres Label und erreichten fast alle die höchste Labelbewertung A. Dass es innerhalb der Klasse A große Unterschiede im Energieverbrauch gab, war kaum noch zu erkennen.

Verteilung der Energieklassen von Kühlschränken  – 1993 bis 2010
(Quelle: CECED)

Als Zwischenlösung führte man schrittweise für unterschiedliche Produkte Pfeile mit A-Wertungen von A+ bis A+++ ein. Im Dezember 2011 trat die überarbeitete Verordnung in Kraft, die schrittweise die Effizienzklassen A+, A++ und A+++ auf dem Label einführt. Nach und nach werden die schlechtesten Klassen G bis E verschwinden.

Quelle: Bundesumweltamt