EU-Reifenlabel: Stärken, Schwächen und Alternativen

Die Europäische Union verfolgt 3 Ziele mit dem EU-Reifenlabel: Die Erhöhung von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr sowie die Förderung des Umweltschutzes. Zwar kann das Reifenlabel diese Ziele nicht vollumfänglich abdecken, dennoch erbringt es einen wichtigen Beitrag und kann Endverbraucher sensibilisieren, diese Ziele zu unterstützen.

Weiterhin sorgt das EU-Reifenlabel für Aufmerksamkeit – Endkunden könnten sensibilisiert werden für die hohe Bedeutung des Reifens. Denn als Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße besitzt der Reifen zahlreiche Aufgaben und Möglichkeiten. Die optimale Kraftübertragung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn muss unter unterschiedlichsten Bedingungen zuverlässig funktionieren. Nämlich bei Trockenheit, wie bei Nässe, auf Schnee oder Eis. Auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen, in Kurven, bei hohen Geschwindigkeiten und unter hohen Lasten. Entsprechend berücksichtigen Ingenieure im Rahmen der Reifenentwicklung mehr als 50 Eigenschaften. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel in der Themenleiste: 3-15-50 Leistungsmerkmale eines Reifens.

Entwicklungsingenieure kennen mehr als  50 Leistungsmerkmale – denn Reifen müssen unter unterschiedlichsten Bedingungen funktionieren.

Das EU-Reifenlabel betrachtet 3 ausgewählte Leistungseigenschaften, die unter festgelegten Prüfbedingungen getestet werden. Um die auf dem Label ausgewiesenen Bewertungen exakt zu erreichen, müssten Autofahrer die Prüfbedingungen strikt einhalten. Auf der Straße allerdings beeinflussen Faktoren, wie zum Beispiel das Verkehrsaufkommen, die Zuladung, Zusatzverbraucher, der Fahrstil und die Geschwindigkeit den Kraftstoffverbrauch.

Unabhängig vom EU-Reifenlabel sollten diese Einflussfaktoren gezielt eingesetzt werden, um Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr zu erreichen. Betrachten Sie auch unsere Beiträge in der Themenleiste: Tipps zum Kraftstoffsparen und Tipps zum sicheren Fahren.

3-15-50 Leistungsmerkmale eines Reifens

Das EU-Reifenlabel bewertet 3 Leistungseigenschaften eines Reifens. Unabhängige Prüfstellen, wie z. B. Zertifizierungsunternehmen, Automobil-Clubs und -Zeitschriften testen mindestens 15. Fahrzeug- und Reifenhersteller betrachten sogar mehr als 50 Leistungskriterien. Automobilhersteller definieren Anforderungen an den Reifen je nach Fahrzeugmodell und Reifenhersteller müssen dafür sorgen, dass die Kraftübertragung zwischen Fahrzeug und Straße in unterschiedlichsten Situationen zuverlässig funktioniert. Welche der ca. 50 Kriterien relevant sind, muss der Käufer entscheiden. Lesen Sie dazu auch „Das EU-Reifenlabel im Verkaufsgespräch“.

3/15/50 Leistungsmerkmale eines Reifens:
A – EU-Reifenlabel
B – Unabhängige Prüfstellen
C – Reifentwicklung Hersteller

Reifenentwickler berücksichten mehr als 50 Leistungskriterien

Die Liste alle Leistungsmerkmale haben wir Ihnen hier als PDF hinterlegt:

Tipps zum Kraftstoffsparen

Das EU-Reifenlabel geht hinsichtlich der Kraftstoffeffizienz auf den Rollwiderstand des Reifens ein. Nur eine Möglichkeit unter vielen, Kraftstoff zu sparen. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen Tipps zum Kraftstoffsparen, wie sie von den Experten des ADAC weitergegeben werden.

Vorausschauend Fahren
Jede Bremsung kostet Energie. Daher vorausschauend fahren und die Motorbremswirkung nutzen: Einen Gang zurückschalten oder den Fuß vom Gas nehmen, statt in den Leerlauf schalten.

Tempomat nutzen
Eine gleichmäßige Fahrweise spart Geld. Wer auf der Autobahn gleichmäßig 120 fährt, benötigt für 100 km nur 10 Minuten länger als bei konstanter Geschwindigkeit von 150.

Niedrige Drehzahlen
Bereits bei 2000 U/min sollte man hochschalten und so spät wie möglich in niedrigere Gänge wechseln. Auch im Stadtverkehr kann man den fünften Gang nutzen.

Anfahren mit Handbremse
Diese gilt zumindest am Hang. Mit angezogener Handbremse ist ein eleganter Start möglich, ohne dass der Motor aufheult und viel Kraftstoff „verblasen“ wird.

Motor abschalten
Das Abstellen des Motors lohnt sich bei einer Standzeit von etwa 20 Sekunden. Häufiges An- und Abstellen hat keinen negativen Einfluss auf Anlasser oder Batterie. An Bahnübergängen ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, den Motor auszuschalten.

Kurzstrecken meiden
Auf jeder Fahrt verbraucht man auf den ersten beiden Kilometern im Durchschnitt 30 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Ein Benzinmotor benötigt nach einem Kaltstart deutlich mehr Kraftstoff.

Fahrgemeinschaften bilden
Fahrgemeinschaften sparen Geld und sorgen für die Entlastung des Verkehrs. Erfahren Sie mehr z. B. unter www.blablacar.de oder www.adac-mitfahrclub.de).

Reifendruck optimal befüllen
Zu wenig Druck in den Reifen erhöht den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch. Daher immer auf den richtigen Reifendruck achten und regelmäßig kontrollieren.

Zusatzverbraucher abschalten
Zusatzverbraucher wie z.B. Sitzheizung (100 Watt), Frontscheibenheizung (540 Watt), HiFi-Verstärker (400 Watt) verbrauchen Zusatzenergie und somit mehr Kraftstoff. Pro 100 Watt sind es ca. 0,1 l/ 100 km. Klimaanlagen verbrauchen sogar bis zu 2,1 l/ 100 km mehr Kraftstoff.

Zusatzgepäck/ Ballast vermeiden
100 Kilogramm zusätzliches Gewicht im Fahrzeug bedeuten einen Mehrverbrauch von bis zu 0,3 l/ 100 km. Daher auf unnötige Dinge im Kofferraum und nicht genutzte Gepäckträger verzichten. Ein Fahrrad auf dem Dach transportiert, erhöht den Kraftstoffverbrauch um ca. 40%.

Preise vergleichen
Manchmal gibt es Preisdifferenzen an den umliegenden Tankstellen von bis zu 12 Cent. Durch gezielte Preisvergleiche kann man viel Geld sparen. Wo es aktuell verhältnismäßig günstig ist, erfahren Sie unter www.adac.de/tanken.

Zur richtigen Zeit tanken
Wer nachmittags tankt, kann sparen. Auch der Wochentag ist entscheidend – montags ist es meist bis zu 1,5 Cent billiger als freitags.

Spritsparkurse besuchen
Der ADAC bietet Trainings mit geschulten Fahrlehrern an, in denen die Teilnehmer Einsparpotenziale kennenlernen. Spritsparend ist nicht die langsame Fahrweise. Entscheidend ist es, angemessen zu beschleunigen und die Geschwindigkeit anzupassen, um im Verkehr mitschwimmen zu können. Spritspartrainings bietet z. B. der ADAC an.

Hochwertige Motoröle wählen
Zwar sind hochwertige Motoröle sehr kostenintensiv, jedoch können Sie durch reduzierte Reibung im Motor Kraftstoff sparen. Im Kurzstreckenverkehr sind dies 4-6%, in der Stadt und auf der Landstraße immer noch 2-4%. Hier sollte man auf Produkte mit den Bezeichnungen 0W-30 oder 5W-20 achten.

Diesel oder Benziner?
Der ADAC hat Fahrzeuge des gleichen Modells mit Diesel- und Benzin-Motor verglichen. Bereits bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern lohnt sich bei den aktuellen Kraftstoffpreisen der Kauf eines Diesel-Fahrzeugs.

Auf Autogas umrüsten
Autogas-Nutzer tanken billiger. Auch wenn der Motor ca. 10-30% mehr Gas als herkömmlichen Kraftstoff verbraucht, ein Liter kostet lediglich rund 80 Cent. Eine Umrüstung, die ca. 2000 bis 3000 Euro kostet, rechnet sich je nach Modell bereits nach rund 35.000 Kilometern. Das Gas-Tankstellennetz ist gut ausgebaut, der Betrieb genauso sicher wie mit Benzin. Mehr zum Thema unter www.adac.de/autogasinfo und www.autogastanken.de.

 

Quelle für die Tipps zum Kraftstoffsparen: ADAC Motorwelt, Ausgabe 10 im Oktober 2012

Tipps zum Sicheren Fahren

Ein Ziel des EU-Reifenlabel ist es, die Verkehrssicherheit auf Europas Straßen zu fördern. Dazu hat die Europäische Union das Leistungsmerkmal der Nassbremsleistung eines Reifens ausgewählt. Ein für die Verkehrssicherheit wichtiges Kriterium, aber eben nur eines unter vielen. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen einige Tipps, wie Autofahrer ihren Beitrag zu mehr Sicherheit auf den Straßen leisten können. Die Tipps haben wir der Quelle www.sicher-auto-fahren.de entnommen.

Richtiges Sitzen
Fahrsicherheit fängt mit dem richtigen Sitzen an. Wichtig ist, dass Sitz, Pedale und Lenkrad optimal auf den Körper abgestimmt sind. Sitzhöhe und Lehne sowie die Distanz zu den Pedalen und zum Lenkrad müssen so eingestellt und aufeinander abstimmt sein, dass alle Bedienelemente bequem erreicht und alle Instrumente abgelesen werden können. Weiterhin muss eine gute Rundumsicht gegeben sein.

Spiegel
Rück- und Seiten-Spiegel bieten – richtig eingestellt – eine optimale Übersicht über den rückwärtigen Verkehr. Der linke Außenspiegel ist in der Regel asphärisch geteilt, um auch den Toten Winkel der Fahrzeugseite zu erfassen.

Vorausschauendes Fahren
Vorausschauendes Fahren vermeidet Unfälle. Je früher eine Gefahr erkannt und eingeschätzt werden kann, desto schneller kann die Fahrweise dem Verkehr angepasst und entsprechend angemessen reagiert werden. Dies verringert das Risiko abrupter und zu später Fahrmanöver, durch die Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Vorausschauende Fahrer beobachten weiträumig den Verkehr um sich herum und können rechtzeitig Fehler und falsche Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer einschätzen. Das bedeutet, nicht nur das unmittelbar vorfahrende Auto zu sehen, sondern auch drei bis fünf Fahrzeuge weiterzuschauen, als auch den rückwärtigen Verkehr anhand der Spiegel im Blick zu haben.

Sicher bremsen
Wer richtig und der jeweiligen Situation angemessen bremst sowie vorausschauend fährt, hat stets ausreichende Sicherheitsreserven. Beim sicheren Bremsen sind Fahrbahnbelag, Wetterverhältnisse, Geschwindigkeit und die allgemeine Verkehrssituation zu berücksichtigen. Die richtige Dosierung der Bremskraft entscheidet maßgeblich über den tatsächlichen Anhalteweg. Bremsen Sie so kraftvoll, wie möglich. Den Rest erledigen die elektronischen Helfer ESP und ABS – sie halten Sie auch in Kurven stabil und vermeiden das Blockieren der Räder. Zum Vermeiden von Unfällen ist aber vor allem der Abstand zum Vorausfahrenden relevant. Denn der Anhalteweg besteht nicht nur aus dem Bremsweg. Hinzu kommt der Reaktionsweg, der Weg zwischen Erkennen der Gefahr und der eigentlichen Reaktion. Abstand und Geschwindigkeit sind immer an Verkehrsituation, Umfeld- und Wetterverhältnisse anzupassen.

Wetter
Autofahrer müssen auf Sicht fahren und im Zweifelsfall auch anhalten können. Das bedeutet bei schlechtem Wetter, die Fahrweise – allem voran die Geschwindigkeit – den Sichtverhältnissen anzupassen und den Straßenzustand zu berücksichtigen. Bei Nebel, Regen, Schnee und überfrierende Nässe ist besondere Vorsicht geboten.

Was weiterhin zu beachten ist:

  • Schulterblick bei Fahrbahnwechsel, vor Überholvorgang und beim Abbiegen, um den toten Winkel zu erfassen, und das sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt.
  • Ein angemessener Sicherheitsabstand ist eine notwendige Ergänzung zum vorausschauenden Fahren. Er verringert nicht nur Gefahren, er ist auch gesetzlich im §4 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgeschrieben. Eine Faustregel besagt „Abstand gleich halber Tacho!“. Hierbei müssen allerdings auch noch Wetter- und Straßenverhältnisse und die eigene Reaktionszeit berücksichtigt werden.
  • Im Stadtverkehr gibt es viele weitere Verkehrsteilnehmer, die eine spezielle Aufmerksamkeit erfordern: Straßenbahnen, Busse, Radfahrer und Motorradfahrer. Ebenso Kinder und ältere Menschen, die oft den Verkehr falsch einschätzen, daher ist hier besondere Vorsicht geboten. Bei Überholvorgängen ist zu beachten, dass ein ausreichender Seitenabstand eingehalten wird, insbesondere bei Fußgängern und Radfahrern.
  • Auch bei „rechts vor links“ gilt für einen vorausschauenden Autofahrer, dass er seine Vorfahrt vorsichtig wahrnimmt. Dies ist sogar gesetzlich im §11 der StVO festgelegt. Wenn die Verkehrslage es erfordert, muss man sich mit den anderen Verkehrsteilnehmern verständigen und notfalls auch auf seine Vorfahrt verzichten. Wer in diesen Situationen immer mit einem Fuß auf der Bremse steht und mit Fehlern anderer rechnet, kann Unfälle vermeiden.
  • Auf Landstraßen gilt es, vorgegebene Tempolimits, Überholverbote und Warnhinweise ernst zu nehmen. Gefahrenquellen auf der Landstraße werden meist unterschätzt. Die Risiken sind vielschichtig: unübersichtliche Kurven, Bäume am Wegesrand, ungeschützte Straßenränder, Wildwechsel und Landmaschinen. Auf Landstraßen teilen sich viele verschiedene Verkehrsteilnehmer den vergleichsweise engen Fahrstreifen inkl. hoher Geschwindigkeiten, Gegenverkehr und Überholmanövern. Das Risiko dort tödlich zu verunglücken, ist doppelt so hoch wie auf anderen Straßen.
  • Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Autobahn und der hohen Geschwindigkeiten ist es wichtig, dort gewisse Grundregeln einzuhalten. Bei Auf- und Abfahrt auf die bzw. von der Autobahn ist zu beachten, dass der fließende Verkehr durch Abbremsen oder zu geringe Geschwindigkeiten nicht behindert wird. Ein Verstoß wird sogar mit Bußgeld und Punkten in Flensburg geahndet. Dies ist auch der Fall, wenn man gegen das Rechtsfahrgebot und das Überholverbot auf der rechten Fahrbahn verstößt. Es ist nicht nur gesetzeswidrig, es ist gefährlich. Andere Verkehrsteilnehmer werden dadurch behindert.